Ambulante OPs

aus dem Esslinger Gesundheitsmagazin 01/09 von Werner Waldmann, 01.03.2009

Nach der Operation gleich wieder nach Hause

Noch bis vor einiger Zeit musste man nach einem chirurgischen Eingriff einige Tage in der Klinik bleiben. Bei komplizierten Eingriffen ist das nach zu vollziehen, doch bei vielen Operationen, wie z. B. am Knie, an der Schulter oder im Hals-Nasen-Ohren-Bereich besteht dafür heute keine Notwendigkeit mehr. Der Chirurg Dr. med. Friedrich Fink und seine Kollegen bieten im MVZ Kirchheim ambulante Operationen an.

Patienten sind oft verunsichert:Sollen sie sich nun ambulantoder stationär operieren lassen?
Dr. Fink:
Die Patienten werdenbei uns genauso sicher operiertwie in einer Klinik. Wir dürfennämlich nur dann operieren, wenndie räumlichen, personellen, instrumentellen,hygienischen undorganisatorischen Voraussetzungendafür hundertprozentig erfülltsind. Bis in die Achtzigerjahre hineinwar das Leistungsspektrumambulanter Eingriffe vorwiegendauf kleinere Operationen in örtlicherBetäubung begrenzt. Mitder Einführung neuer Narkoseverfahrenhat sich das grundlegendgeändert. Außerdem sind wir allesamterfahrene Fachärzte, dieihr Handwerk viele Jahre lang imKrankenhaus gelernt haben.

Was operieren Sie alles?
Dr. Fink:
Wir bieten im MVZKirchheim durch die Kooperationvon insgesamt sechs Chirurgenunterschiedlicher Fachrichtungenein sehr breites Spektrum an ambulantenEingriffen an. Unsere Domäneist die orthopädische Chirurgieam Bewegungsapparat. Wirführen arthroskopische Eingriffeam Kniegelenk und Schultergelenk,Hand- und Vorfußchirurgie,Osteosynthesen und Metallentfernungen(operatives Zusammenfügenvon Knochenteilen nach einemKnochenbruch) durch. AllgemeinchirurgischeEingriffe wie beispielsweiseBruch- und Krampfader-OPs gehören ebenfalls zuunserem Behandlungsspektrum.Auch Magen- und Darmspiegelungenbieten wir an.

Nach der Operation gehen IhrePatienten nach Hause. Wer be -treut sie dann?
Dr. Fink:
Wir sind selbstverständlichfür unsere operierten Patientenauch nachts und am Wochen -ende erreichbar. Unsere Praxis isttäglich 12 Stunden besetzt, aucham Wochenende und an Feiertagen.Abends nach der Operationrufen wir Patienten an und fragen,wie es ihnen geht. Wenn es notwendigist, machen wir sofort einenHausbesuch.

Wie nehmen Patienten das ambulanteOperieren an?
Dr. Fink:
Die Hemmschwelle, sichbei uns operieren zu lassen, ist geringer.Vor der Klinik haben vieleAngst. Man kennt dort auch nichtunbedingt den Arzt, der einen operierenwird. Bei uns weiß der Patientbei der Terminvergabe, werden Eingriff vornimmt, und er kannhierauf Einfluss nehmen. Das ist ineiner Klinik bei den vielen ärztlichenMitarbeitern nur selten möglich.Hinzu kommt, dass wir beiambulanten Eingriffen durch guteOrganisation am OP-Tag kaumWartezeiten haben. In der Klinikkann selbst bei der besten Planungein wichtiger großer Eingriffdazwischenkommen, und schondehnt sich die Wartezeit des Patienten,der sich an der Hand operierenlassen möchte, lange aus.

Das hört sich ja ganz danach an,als ob Ihr MVZ eine harte Konkurrenzfür das Krankenhaus ist
Dr. Fink:
Wir möchten uns gegenseitigsinnvoll ergänzen. So kooperierenwir z.B. mit dem Darmzentrumdes Klinikums Esslingen. Dasläuft so: Wir machen eine Darmspiegelung,und wenn sich dabeizeigt, dass eine Operation notwendigist, schicken wir den Patientenins Klinikum. Die Gewebeprobenwerden im Klinikum untersuchtund stehen den dortigen Ärztenzur Verfügung. Wir arbeiten abernicht nur mit dem Esslinger Viszeralchirurgen,Prof. Staib, eng zusammen,sondern auch mit Prof.Degreif, der dort für die Unfallchir -urgie und Orthopädie zuständigist. Auch bietet der Esslinger Kinderchirurg,Dr. Holzer, regelmäßigbei uns seine Sprechstunde anund führt Operationen, die hiergemacht werden können, in unseremMVZ durch. KompliziertereFälle, welche die Infrastruktur einesgroßen OPs brauchen, versorgter in Esslingen. Der NeurologeDr. Mauz von den KreisklinikenEsslingen hat ebenfalls eineSprechstunde bei uns und kannso seine stationären Patientennachbetreuen. Sie sehen also,dass niedergelassene Fach ärzteund Kliniken keine Konkurrentensein müssen. Jeder macht das,was er am besten kann. Wo derNiedergelassene seine Grenzensieht, schickt er seine Patienten indie Klinik. Am wichtigsten ist, dassder Patient davon profitiert.